Wie entstehen stabile Märkte für nachhaltige Chemikalien?
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Verlässliche Nachfrage für Hersteller, bezahlbare Angebote für Abnehmer: Der neue CCA-Bericht zeigt, wie Leitmärkte für nachhaltige Chemikalien entstehen. Das PtX Lab Lausitz wirkte in der Kerngruppe mit und bringt CCU in die Debatte ein.
Wie kann Europa Märkte für nachhaltige Chemikalien schaffen, wenn Hersteller verlässliche Nachfrage benötigen, um zu investieren, während Abnehmer auf bezahlbare Angebote angewiesen sind, um umzusteigen? Nach mehr als sechs Monaten wöchentlicher Diskussionen in der Task Force der Arbeitsgruppe zu Leitmärkten der Critical Chemicals Alliance (CCA) legt ein neuer Bericht politische Handlungsoptionen vor, um diesen Zielkonflikt zu überwinden. Das PtX Lab Lausitz hat sich aktiv an der Analyse und Bewertung nachfrageorientierter Politikinstrumente beteiligt.
Kein Instrument reicht allein
Die europäische Chemieindustrie steht vor einem klassischen Henne-Ei-Problem: Hersteller investieren erst bei verlässlicher Nachfrage, nachgelagerte Industrien steigen erst bei ausreichenden Liefermengen zu wettbewerbsfähigen Preisen um. Das neu veröffentlichte Policy Options Package on Lead Markets kommt deshalb zu dem Schluss, dass kein einzelnes Instrument die Herausforderung lösen kann. Stattdessen empfiehlt die Arbeitsgruppe, Maßnahmen zur Nachfrageförderung in bestimmten Endmärkten mit sektorübergreifenden Instrumenten und geeigneten Rahmenbedingungen zu kombinieren. Die zentrale Botschaft: Planbare Nachfrage kann Investitionen auslösen, das Angebot nachhaltiger Chemikalien skalieren und dazu beitragen, neue Produkte wettbewerbsfähig zu machen. Zu den wichtigsten Instrumenten gehören:
- Mindestanforderungen für nachhaltigen Kohlenstoff: stärkste Unterstützung unter den Optionen für einzelne Endmärkte, besonders für Verpackungen und Textilien
- Ziele für den CO₂-Fußabdruck von Produkten: ein längerfristiger, technologieoffener Ansatz
- Zeitlich befristete Investitionsförderung: etwa durch zweiseitige Auktionen mit Differenzverträgen (Contracts for Difference)
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Was kann CCU beitragen?
Für das PtX Lab Lausitz ist es ein zentrales Anliegen, dass abgeschiedenes CO₂ und erneuerbarer Wasserstoff zum europäischen Ausstieg aus fossilen Rohstoffquellen beitragen können. In der PtX Lab Analysis „Creating Early Demand for CCU Chemicals“ untersucht das Fachgebiet PtX Grundstoffe eine spezifische CCU-Unterquote innerhalb einer übergreifenden Quote für nachhaltigen Kohlenstoff. Das Beispielszenario zeigt: Eine CCU-Unterquote von 1,8 Prozent für Kunststoffe in den Bereichen Verpackungen, Automobil und Bauwesen könnte bis 2035 eine jährliche Nachfrage von rund 0,7 Millionen Tonnen CCU-Kunststoffen schaffen und Investitionen von 8 bis 13 Milliarden Euro unterstützen.
Nächster Schritt: Umsetzung in europäisches Recht
Auf der zweiten Generalversammlung der CCA am 8. Oktober 2026 im französischen Creutzwald war das PtX Lab Lausitz vor Ort und setzte seine Mitarbeit in der Allianz fort. Nun rückt die Umsetzung in den Mittelpunkt. Ein gemeinsames Non-Paper von acht Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) fordert, die Empfehlungen der CCA in konkrete Maßnahmen zu überführen, etwa über den Industrial Accelerator Act, den Circular Economy Act und den Biotech Act II. Aus Sicht des PtX Lab Lausitz bieten diese Gesetzesvorhaben wichtige Gelegenheiten, Leitmärkte für nachhaltige Chemikalien zu etablieren und CCU ausdrücklich neben anderen Pfaden zur Nutzung nachhaltiger Kohlenstoffquellen zu berücksichtigen.
Zum Weiterdiskutieren: Workshop in Cottbus
Wie gut eignen sich die vorgeschlagenen Instrumente in der Praxis, um Märkte für PtX-Chemikalien zu schaffen? Dieser Frage widmet sich das PtX Lab Lausitz am 27. November 2026 im Workshop „Reality Check for PtX Chemicals and Lead Markets” im Rahmen der Sustainable PtX Conference in Cottbus (26. und 27. November 2026), gemeinsam mit Franklin Streichenberger von CO₂ Value Europe. Diskutieren Sie mit und gestalten Sie die nächste Generation nachfrageorientierter Politikinstrumente für PtX-Chemikalien mit.
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Dr.
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