01.12.2022 News

Bundesregierung beruft PtX Lab Lausitz in „Arbeitskreis Klimaneutrale Luftfahrt“

Am 24. November trat in Berlin erstmals ein neues Expert*innen-Gremium zusammen, in dem Akteur*innen aus Industrie und Zivilgesellschaft konkrete Maßnahmen für eine Emissionsreduzierung im Flugverkehr entwerfen.

Auf Einladung von Dr. Anna Christmann, Koordinatorin der Bundesregierung für die deutsche Luft- und Raumfahrt, ist das PtX Lab Lausitz im Arbeitskreis vertreten.

Das PtX Lab Lausitz bringt von nun an seine Expertise für die Emissionsreduzierung in der Luftfahrt auch in einem von der Bundesregierung neu ins Leben gerufenen Gremium ein. Bei der ersten Sitzung des „Arbeitskreises Klimaneutrale Luftfahrt” traten in Berlin Vertreter*innen aus allen beteiligten gesellschaftlichen Gruppen zusammen, um sich über Wege zur Reduzierung der Klimagase im Flugverkehr auszutauschen. Eine zentrale Rolle wird dabei die Weiterentwicklung von Zukunftstechnologien spielen, wie sie etwa bei der Herstellung von synthetischen Kraftstoffen auf Basis von grünem Wasserstoff zum Einsatz kommen. Von einem gezielten Aufbau von Wissen und Technologien für derartige Produkte kann der Wirtschaftsstandort Deutschland nachhaltig profitieren.

Dr. Harry Lehmann, Leiter des PtX Lab Lausitz, sagte zum Auftakt des Engagements im „Arbeitskreis Klimaneutrale Luftfahrt“: „Viele wichtige Technologien für eine Reduzierung der CO2-Emissionen im Flugverkehr stehen schon bereit. Mit dem Power-to-Liquid-Verfahren (PtL) beispielsweise können wir synthetisches Kerosin als alltagstauglichen Kraftstoff herstellen. Für einen Einsatz in der Breite – mit entsprechendem Effekt bei den Klimagas-Einsparungen – müssen wir jetzt aber auch Wege finden, wie das Produktionsvolumen gesteigert und die Herstellungskosten gesenkt werden können. In unserer Demonstrationsanlage in der Lausitz wollen wir genau dieses Ziel verfolgen – und dabei wichtiges Wissen über die höchsten Nachhaltigkeitsstandards für CO2-neutrale Flugkraftstoffe sammeln. Wir freuen uns, unsere Erfahrungen und Einschätzungen in den „Arbeitskreis Klimaneutrale Luftfahrt“ einbringen zu können.“

Luftverkehr für 2,8 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich

Der internationale Luftverkehr war im Jahr 2018 für 2,8 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Auf dem Weg zum Erreichen der Paris-Ziele soll der Ausstoß zunächst reduziert und schließlich komplett vermieden werden. Die Bundesregierung hat ihre Pläne für eine klimaneutrale Luftfahrt im Juni 2022 skizziert und mit einem Fahrplan hinterlegt. Das gemeinsame Papier aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) sowie dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) sah unter anderem die Einberufung des „Arbeitskreises Klimaneutrale Luftfahrt“ vor, der gestern seine Arbeit offiziell aufgenommen hat. Im neuen Gremium sind Unternehmen, Verbände, Forschung, Zivilgesellschaft und Gewerkschaften vertreten. Gemeinsam sollen sie in der angestoßenen Arbeit nun „konkrete und realistische Maßnahmen und Aktionen für wirksame und sichtbare Erfolge beim Klimaschutz in der Luftfahrt“ skizzieren. Für das PtX Lab Lausitz wird Einrichtungs-Leiter Dr. Harry Lehmann im Arbeitskreis vertreten sein.

Papier „Klimaneutrale Luftfahrt“ der Bundesregierung

Das gemeinsame Papier der Bundesregierung unter dem Titel „Klimaneutrale Luftfahrt“ hatten Dr. Anna Christmann und Oliver Luksic, Parlamentarischer Staatssekretär im BMDV, am 21. Juni 2022 presseöffentlich vorgestellt. Es identifiziert, ausgehend von den Verabredungen des Koalitionsvertrages, die Handlungsfelder, die für eine schnelle Umsetzung der Klimaneutralität in der Luftfahrt von hervorgehobener Bedeutung sind.

Über das PtX Lab Lausitz

Die Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH hat das „PtX Lab Lausitz – Praxislabor für Kraft- und Grundstoffe aus grünem Wasserstoff“ im März 2021 gegründet. Grundlage hierfür ist das im Jahr 2020 in Kraft getretene „Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen“ (StStG). Vom Standort Cottbus aus soll das Lab Wirtschaft und Gesellschaft auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität unterstützen. Es ist dabei zugleich Wissensplattform, Impulsgeber und Ansprechpartner für Industrie, Politik und Wissenschaft. Ziel ist es, den Markthochlauf einer umweltverträglichen und nachhaltigen Erzeugung und Nutzung von Power-to-X (PtX)-Produkten zu ermöglichen.

 

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