PtX Lab Lausitz analysiert Gestaltung effizienter Förderinstrumente für eSAF
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Positionspapier gibt fünf Empfehlungen zur Entwicklung eines doppelseitigen Auktionsmechanismus für strombasierte nachhaltige Flugkraftstoffe.
Die Europäische Union (EU) setzt zunehmend auf nachhaltige Flugkraftstoffe, um den Luftverkehr klimaverträglich zu gestalten. Mit dem EU-Investitionsplan für nachhaltigen Verkehr (Sustainable Transport Investment Plan, STIP) hat die Europäische Kommission angekündigt, ab 2026 ein erstes Pilotprojekt für eine gepoolte doppelseitige Auktion für strombasierte nachhaltige Flugkraftstoffe (electricity-based Sustainable Aviation Fuels, eSAF) zu starten. Die konkrete Ausgestaltung dieses Instruments ist jedoch noch weitgehend offen.
Das PtX Lab Lausitz hat dazu die PtX Lab Position “Entwicklung eines doppelseitigen Auktionsmechanismus für eSAF innerhalb des EU-Investitionsplans für nachhaltigen Verkehr” veröffentlicht, das klare Empfehlungen für ein bankfähiges, skalierbares Förderinstrument liefert.
Politischer Rahmen: ReFuelEU Aviation als Ausgangspunkt
Der regulatorische Kontext ist klar: Mit der ReFuelEU Aviation-verordnung schreibt die EU steigende Anteile an nachhaltigen Flugkraftstoffen vor und führt ab 2030 eine spezifische Teilquote für synthetische Kraftstoffe ein. Das PtX Lab Lausitz plädiert dafür, das neue Förderinstrument zunächst klar auf RFNBO-konformes eSAF – also strombasierte erneuerbare Kraftstoffe nicht-biologischen Ursprungs (Renewable Fuels of Non-Biological Origin) – zu fokussieren.
Hier ist die Lücke zwischen regulatorischem Bedarf, Kostenstruktur und finanzieller Machbarkeit derzeit am größten. Kohlenstoffarme Kraftstoffpfade sollten, falls politisch gewünscht, nur in separaten Förderfenstern und aus eigenen Budgets behandelt werden – nicht aus demselben Fördertopf.
Entscheidend ist aus Sicht des PtX Lab Lausitz, dass das Instrument nicht als symbolisches Pilotprojekt konzipiert wird, sondern als echte Marktinfrastruktur: standardisiert, mehrjährig abgesichert und auf Skalierbarkeit ausgerichtet. Nur so kann es tatsächlich zur finalen Investitionsentscheidung (Final Investment Decision, FID) bei kommerziellen eSAF-Projekten beitragen.
Fünf Kernempfehlungen für die Ausgestaltung
Das Positionspapier benennt fünf konkrete Empfehlungen: Eine zentrale Vermittlungsstelle mit standardisierten Verträgen und mehrjährigen Budgetzusagen soll die Kernarchitektur bilden. Der Preis bleibt das zentrale Vergabekriterium, wird in frühen Runden jedoch durch Anforderungen an den Projektfortschritt ergänzt.
Für die Vorproduktionsphase braucht es eine explizite Lösung, etwa meilensteinbasierte Förderkomponenten, da der Auktionsmechanismus allein die vorgelagerte Finanzierungslücke nicht schließt und sonst kleinere Marktteilnehmer ausschließt. Vorprodukte aus Drittstaaten sollen nicht pauschal ausgeschlossen, aber durch vollständige Transparenz- und Rückverfolgbarkeitspflichten geregelt werden.
Offen gebliebene politische Fragen – etwa zur langfristigen Finanzierung über den EU-Mehrjährigen Finanzrahmen hinaus oder zur Einbindung bestehender Strukturen wie H2Global – werden in der PtX Lab Position explizit benannt.
Kontakt
Felix Schmermer
Fachgebietsleiter PtX Policy & Markthochlauf
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