Das Net-Zero Framework für die Schifffahrt: Zwischen Ehrgeiz und Fairness
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Fachleute bewerten die Vorschläge für das Net-Zero Framework der IMO und fragen, wie ehrgeizig und fair ein globaler Klimaplan für die Schifffahrt sein kann.
Wie ambitioniert kann ein globales Klimaprogramm für die Schifffahrt sein, wenn wirtschaftliche Interessen und geopolitische Spannungen aufeinanderprallen? Beim PtX Lab Talk #19 am 24. September 2026 mit dem Titel „Net Zero Framework – Between Climate Action and Global Justice“ diskutierten Expert*innen die aktuellen Vorschläge für das Rahmenwerk der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) und die Perspektive kleiner Inselentwicklungsstaaten (SIDS).
Die Schifffahrt am Wendepunkt
Das Net-Zero Framework (NZF) der IMO soll die internationale Schifffahrt auf dem Weg zur Klimaneutralität leiten. Derzeit werden mehrere Vorschläge zu seiner Ausgestaltung und dessen Verabschiedung verhandelt. Der nächste Meilenstein ist die Sitzung des Ausschusses für den Schutz der Meeresumwelt (MEPC 85), die vom 30. November bis zum 3. Dezember 2026 stattfindet.
Kernpunkte der Diskussion
Em Fenton (Opportunity Green) gab einen kurzen Überblick über die IMO-Treibhausgasstrategie und die aktuellen Verhandlungen. Fenton zeigte auf, welche Vorschläge auf dem Tisch liegen und welche Idee Opportunity Green unterstützt. Der zentrale Punkt: Der NZF muss so gestaltet sein, dass das Ziel der IMO, bis etwa 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen, tatsächlich erreicht werden kann.
Botschafter Albon Ishoda (Sonderbeauftragter der Präsidentin der Republik der Marshallinseln für maritime Dekarbonisierung) stellte die Sichtweise der kleinen Inselentwicklungsstaaten und der 6PAC+ vor, einer von den Pazifikstaaten geführten Allianz, die eine gerechte und faire Lösung fordert. Nach Ansicht von Ishoda ist ein echter Klimaschutz für die Inselstaaten nur möglich, wenn der von Tuvalu eingereichte Vorschlag angenommen wird. Der australische Vorschlag wird nur mit Vorbehalten unterstützt.
Dr. Gilbert Kollenbach (PtX Lab Lausitz) bewertete die eingereichten Vorschläge hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Klima und die Wirtschaft. Viele von ihnen können die Emissionen spürbar beeinflussen, wobei der Vorschlag von Tuvalu eine besonders hohe Wirkung hat. Wirtschaftlich sind die Vorschläge solide, aber noch nicht effizient, sodass bei den Verhandlungen Verbesserungsbedarf besteht.
Videomitschnitt des PtX Lab Talk #19
Fazit: Ehrgeiz und Optimismus im Vorfeld der MEPC 85
Em Fenton rief zu Solidarität und Optimismus auf, um ein Ergebnis zu erzielen, das fair und wirksam ist und dem Ausmaß und Tempo entspricht, das die Klimakrise erfordert. Botschafter Ishoda kündigte an, dass er sich weiterhin für höchste Klimaziele einsetzen werde, um für die klimagefährdeten Länder und für die Welt als Ganzes einzutreten. Schließlich hat die Dekarbonisierung der Schifffahrt Auswirkungen auf den umfassenderen Kampf gegen die Klimakrise. Er blickt der MEPC 85 weiterhin positiv entgegen. Dr. Kollenbach hofft auf eine Vereinbarung, die sowohl ehrgeizig als auch effizient ist.
Kontakt
Anita Demuth
Fachgebietsleiterin PtX Mobilität
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