08.05.2026

PtX Lab Lausitz setzt Impulse für eine nachhaltige CO₂-Nutzung

Anita Demuth, Fachgebietsleiterin PtX Mobilität, spricht während einer Session zu Teilnehmenden.

Expert*innen des PtX Lab Lausitz präsentieren Wege für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft in der Chemie- und Kraftstoffindustrie sowie die Skalierung von PtX-Lösungen.

Teilnehmende aus ganz Europa und darüber hinaus – etwa aus Ungarn, Norwegen und Saudi-Arabien – kamen am 28. und 29. April 2026 auf der CO₂-based Fuels and Chemicals Conference 2026 in Köln zusammen und diskutierten aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze im Bereich CO₂-basierter Kraftstoffe und Chemikalien. 

Im Mittelpunkt standen dabei neue technologische Perspektiven, wirtschaftliche Rahmenbedingungen und die Frage, wie sich eine nachhaltige Kohlenstoffnutzung systemisch verankern lässt.

Onboard Carbon Capture als Baustein einer zirkulären Kohlenstoffwirtschaft

In ihrem Vortrag beleuchtete Anita Demuth, Leiterin des Fachgebietes PtX Mobilität, die technisch-ökonomischen Rahmenbedingungen der Onboard-Carbon-Capture-Technologie als Defossilisierungsstrategie für die Schifffahrt. Im Fokus stand dabei die mögliche Rolle von Onboard Carbon Capture and Usage (OCCU) in einer zukünftigen Kreislaufwirtschaft. 

Als mögliches Szenario wurde die Verknüpfung von Schifffahrt und Luftfahrt aufgezeigt: Kohlenstoff aus nachhaltigen maritimen Kraftstoffen könnte abgeschieden und zur Herstellung wasserstoffbasierter nachhaltiger Flugkraftstoffe weiterverwendet werden.

Eine Gruppe von Personen steht nebeneinander in einer Konferenzhalle. Dahinter Stellwände und Plakate.
Das Team des PtX Lab Lausitz auf der Messe (v.l.n.r.: Marvin Wenzel, Julian Maier, Dr. Harry Lehmann, Dr. Sarah Bernhardt, Dr. Irina Akhmetova, Anita Demuth).

Beiträge zu DAC und CO₂-Märkten

Das PtX Lab Lausitz war mit einem eigenen Stand auf der Konferenz vertreten. Marvin Wenzel, Referent für PtX Technologie, stellte Arbeiten zu Direct Air Capture (DAC) vor und betonte dessen Potenzial als skalierbare Kohlenstoffquelle. Besonders hob er die im Vergleich zu biogenen Ansätzen deutlich höhere Flächeneffizienz hervor.

Im Rahmen einer Poster-Session präsentierte Dr. Irina Akhmetova, Referentin für PtX Grundstoffe, das Konzept des Projekts „Turning Emission to Feedstock: Mapping Europe’s CO₂ market for fuels and chemicals“. Im Fokus stand die Frage, wie CO₂ als handelbare Ressource in einer europäischen Kohlenstoffwirtschaft etabliert werden kann. Marvin Wenzel gab Einblicke in das Projekt “Assessment of electrolysis technologies with regard to the sustainability criteria of the PtX Lab Lausitz”.

Mehrere Personen stehen in einer Empfangshalle und unterhalten sich.
Besucher*innen der internationalen Konferenz im Austausch.

Skalierung braucht mehr als erneuerbare Energie

Die Diskussionen der Konferenz verdeutlichten mehrere übergreifende Trends: Direct Air Capture wird zunehmend als vielversprechende, flächeneffiziente Kohlenstoffquelle betrachtet. Gleichzeitig bestehen weiterhin deutliche Lücken bei Zertifizierungsrahmen für nachhaltige Materialien im Vergleich zu Kraftstoffen.

Darüber hinaus wurde das Potenzial von KI hervorgehoben, insbesondere durch verbesserte globale Datenanalysen zur Beschleunigung von CCU-Technologien.

Die Konferenz machte deutlich, dass die Skalierung der PtX-Kraftstoffproduktion weit über die Bereitstellung von Wasserstoff und erneuerbarer Energie hinausgeht. Entscheidend sind ebenso nachhaltige Kohlenstoffquellen, funktionierende CO₂-Märkte sowie integrierte, sektorübergreifende Wertschöpfungsketten.

Kontakt

Dr. Sarah Bernhardt
Fachgebietsleiterin PtX Grundstoffe
+49 173 56 150 72 E-Mail schreiben weitere Informationen

Kontakt

Anita Demuth
Fachgebietsleiterin PtX Mobilität
+49 152 28 400 735 E-Mail schreiben weitere Informationen

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